Pro Jahr verzehrt der Durchschnittsdeutsche rund 60 Kilogramm Fleischprodukte. Wer sich gesund und „clean“ ernähren möchte, stößt jedoch nicht selten auf Meinungen und Aussagen, die vom Fleischkonsum abraten. Dass es dennoch Befürworter gibt, macht die Entscheidung zwar nicht leichter, erklärt allerdings, warum Fleisch auch heute noch ein wichtiger Bestandteil der Ernährungskultur ist.

Ein Zusammenhang zwischen Fleischverzehr und Problemen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Übergewicht wird immer wieder rege diskutiert. Was das angeht, muss allerdings differenziert werden. Denn während manche Fleischwaren tatsächlich nicht förderlich für die Gesundheit sind, haben andere wiederum durchaus Vorzüge zu bieten.

Wer Fleisch isst, darf Gemüse nicht vergessen

Immer mehr Ernährungswissenschaftler betonen, dass eine pflanzenbasierte Ernährungsweise gesundheitlich vorteilhaft sein kann. Wer täglich Obst und Gemüse isst sowie alternative Proteinquellen wie Hülsenfrüchte, Getreide oder Nüsse zu sich nimmt, braucht der Ansicht vieler Menschen nach überhaupt kein Fleisch.

Ein Leben als Veganer oder Vegetarier ist indes nicht für Jedermann gleichermaßen vorstellbar, weswegen sich die Anzahl der sogenannten „Flexitarier“ stetig erhöht. Fleischkonsum wird heute immer bewusster gelebt, was die verzehrte Fleischmenge sinken und pflanzliche Lebensmittel beliebter werden lässt. Möchtest Du nicht vollständig auf Fleisch oder Tierprodukte verzichten, solltest Du Dich für gesunde Alternativen entscheiden und auch hier maßvoll bleiben.

Welche Vorteile Fleischkonsum haben kann

Stichwort „Proteine“: Fleisch liefert qualitativ hochwertiges Protein und alle wichtigen Aminosäuren. Auch die Aminosäuren, die der Körper nicht selbst bilden kann, finden sich in hochwertigem Fleisch, weswegen ein gelegentlicher Konsum tatsächlich vorteilhaft sein kann. Angst vor einer zu hohen Proteinaufnahme musst Du dabei in der Regel nicht haben. Leidest Du weder an Nierenerkrankungen oder Bluthochdruck und trinkst Du genug, wird sich das Überschreiten der empfohlenen Proteinmengen nicht zu einem Problem entwickeln.

Weitere Nährstoffe, mit denen Dich Fleisch gut versorgen kann, sind Eisen und Vitamin B12. Vor allem rotes Fleisch kann Dir dabei helfen, die täglich empfohlene Eisenmenge aufzunehmen. Dabei ist die Tatsache interessant, dass Fleisch sogenanntes Hämeisen enthält, das vom Körper besser aufgenommen werden kann als pflanzliches Nicht-Hämeisen. Vitamin B12 findet sich dabei ausschließlich in tierischen Produkten, weswegen Veganern und Vegetariern das Supplementieren dieses Nährstoffs unbedingt empfohlen wird.

Letztlich kann Fleisch auf Deinem Speiseplan sogar gut für die Herzgesundheit sein. Das gilt dann, wenn Du Dich auf eine kohlenhydratarme Ernährungsweise konzentrierst und gesunde Fette zu Dir nimmst. Das im Fleisch enthaltene Cholesterin wird zwar häufig verdammt, hat jedoch einigen Wissenschaftlern zufolge nur einen sehr geringen Effekt auf die Cholesterinkonzentration in Deinem Blut.

Fleisch ist nicht gleich Fleisch: Was wirklich empfehlenswert ist

Um herauszufinden, welches Fleisch Dir gesundheitliche Vorteile bieten kann, solltest Du zunächst zwischen verarbeiteten und nicht verarbeiteten Fleischwaren unterscheiden. So sind unverarbeitete Varianten wie beispielsweise ein Steak vom Metzger sehr viel gesünder als verarbeitete Alternativen wie Wurst. Der erste wichtige Hinweis auf dem Weg zu gesundem Fleischgenuss ist also das Vermeiden verarbeiteter Produkte. Verbanne Teewurst, Lyoner, Salami und Hähnchenbrustfilet-Scheiben von Deinem Speiseplan und setze stattdessen auf die naturbelassene Alternative.

Geht es um Rindfleisch, gilt solches von gras-gefütterten Tieren als gesünder. Das liegt schlicht daran, dass ein gesund ernährtes Tier letztlich auch gesünderes Fleisch liefert. Zudem liegt der Gehalt an wertvollen Omega-3-Fettsäuren im Fleisch von gras-gefütterten Rindern höher als bei Tieren, die mit Soja oder Getreide gefüttert wurden. Solche Tiere neigen außerdem seltener zu Infektionen, was den Einsatz von Antibiotika in der Zucht je nach Betrieb sogar überflüssig macht. Fleisch aus Massentierhaltung, in der die Rinder außerdem viele Antibiotika bekommen und nicht mit geeignetem Futter versorgt werden, verliert seine vorteilhaften Aspekte. Gleiches gilt selbstverständlich auch für Fleisch von anderen Tierarten wie Huhn, Pute oder Schwein.

Fazit: Ein bewusster und maßvoller Konsum ist gesünder

Fleisch kann also tatsächlich ernährungsphysiologische Vorteile mit sich bringen. Diese wiederum geraten jedoch leicht ins Wanken, wenn die Quelle zweifelhaft ist und die Haltung und Aufzucht der Tiere große Mängel aufweist. Da Fleischverzehr ohnehin bloß in Maßen empfohlen wird, ist es folglich nur richtig, beim Kauf auf hochwertige Waren zu achten und lieber etwas mehr Geld auszugeben.

Würdest Du Deine tägliche Ernährung vierteln, so sollte höchstens ein Viertel aus unverarbeitetem (aber selbstverständlich in Deiner Küche zubereitetem) Fleisch bestehen, während Obst sowie Getreide ein weiteres Viertel einnehmen und Gemüse den Rest des Kreises füllt.

Author: FitnessRadar